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Innovative Technik

Innovative Technik

Entwicklung alternativer Möglichkeiten

Eine der wichtigsten Herausforderungen im Umweltschutz ist die Reduzierung von Emissionen – zum Beispiel von Schwefel- und Stickoxiden sowie Feinstaub. Um diese Emissionen zukünftig noch weiter zu reduzieren, engagieren wir uns für die Entwicklung von alternativen Möglichkeiten zur Stromerzeugung und -nutzung im Schiffsbetrieb.

Mit voller Kraft treiben wir den Einsatz innovativer Umwelt- und Effizienztechnologien voran. Als deutscher Marktführer fühlen wir uns besonders verpflichtet, Vorbild und damit technischer Vorreiter zu sein.

Dialog

Ein intensiver Austausch von Wissen, Ideen und unterschiedlichen Sichtweisen hilft uns dabei, uns kontinuierlich weiter zu entwickeln.

 

Abgasnachbehandlung

Abgasnachbehandlung

Nach jahrelanger Forschungsarbeit innerhalb der Carnival-Gruppe, konnten wir im August 2013 einen technologischen Durchbruch in Sachen Abgasnachbehandlung bekannt geben. Mit der kommenden Schiffsgeneration, die 2015 und 2016 in Dienst gestellt wird, setzt AIDA Cruises Maßstäbe im Umweltschutz. Die Neubauten erhalten ein umfassendes Filtersystem zur Reduzierung der Abgasemissionen. Mit dieser bislang einzigartigen Technologie können wir erstmals die Emissionen von Rußpartikeln, Stickoxiden sowie Schwefeloxiden filtern und somit zwischen 90 und 99 Prozent reduzieren. Darüber hinaus senken wir den Ausstoß von Kohlenmonoxid um 70 Prozent und die Emissionen von unverbrannten Kohlenwasserstoffen um 85 Prozent. Dieses umfassende Filterkonzept ist ein Meilenstein für AIDA Cruises, aber auch für die Kreuzfahrtindustrie insgesamt.

Das Konzept des Filters:
Die innerhalb der Carnival Gruppe entwickelte Anlage zur Behandlung der Abgase setzt auf eine neuartige Technologie mit besonders kompakter Bauweise. Diese ermöglicht es erstmals, alle maßgeblichen Reinigungsstufen technisch unterzubringen. Stickoxide werden in einem Katalysator gebunden und Ruß- und Brennstoffrückstände in einem Filter ausgefällt. Die Schwefeloxide werden ohne Zusatz von Chemikalien in einem Wäscher entfernt.

Der Einbau der Anlagen zur Abgasnachbehandlung an Bord von AIDAprima, die im Oktober 2015 in Dienst gestellt wird, ist bereits erfolgt. Das ebenfalls im Bau befindliche Schwesterschiff wird AIDA Cruises 2016 übernehmen. Dieses wird mit derselben Technologie ausgerüstet.

Wir wollen jedoch nicht nur mit unseren Neubauten Maßstäbe setzen, sondern die Umweltbilanz unserer gesamten Flotte kontinuierlich verbessern. Daher statten wir Schritt für Schritt auch unsere anderen Schiffe mit dem neuen umfassenden Filtersystem aus. 2014 wurden AIDAluna und AIDAvita mit der ersten Stufe des neuen Filtersystems ausgerüstet. Diese reduziert die Schwefeloxide um rund 99 Prozent. Im Januar 2015 erhielt AIDAmar und im Mai 2015 AIDAdiva erste Installationen des Systems zur Abgasnachbehandlung. Die Nachrüstung weiterer Schiffe erfolgt im Rahmen der regulären Werftzeiten.

Abgasnachbehandlung

Insgesamt investiert AIDA Cruises zwischen 2013 und 2016 rund 100 Millionen Euro in den Umwelt- und Klimaschutz. Diese Summe ist Teil eines umfangreichen Investitionsprogrammes.

Neben der neuen Filtertechnologie setzt AIDA Cruises auf weitere innovative Konzepte, um die Emissionen während der Hafenliegezeiten zu reduzieren, beispielsweise die Nutzung von umweltfreundlichem Flüssiggas oder Landstrom.

Einen Überblick über unser umfassendes System zur Abgasnachbehandlung und unsere wesentlichen Maßnahmen zur Emissionsminderung während der Hafenliegezeiten gibt dieser Film.

Landstrom

Landstrom

40 Prozent ihrer Betriebszeit verbringen AIDA Schiffe durchschnittlich in einem Hafen. Auch dort müssen sie mit Energie versorgt werden, um den Bordbetrieb zu gewährleisten.
Im Hafen kann Landstrom eine umweltfreundliche Alternative sein, denn mit seinem Einsatz muss an Bord kein Treibstoff mehr für die Stromerzeugung verbrannt werden. Wir unterstützen die Häfen dort, wo tatsächlich die Möglichkeiten zur Landstromversorgung geschaffen werden. Im September 2013 hat der Hamburger Senat einen Beschluss zur Einführung von Landstrom im Hafen der Hansestadt gefasst und damit den Startschuss für die Bereitstellung der entsprechenden Infrastruktur gegeben.
Schon heute haben wir alle Schiffe der AIDA Flotte, die ab 2007 in Dienst gestellt wurden, für die Versorgung mit Landstrom während der Hafenliegezeit vorbereitet. AIDAsol wurde im Juli 2013 als erstes Schiff der Flotte komplett für Landstrom ausgestattet und könnte über eine Steckverbindung überall dort, wo die Infrastruktur vorhanden ist, umweltfreundlich über Landstrom mit Energie versorgt werden. Die Hansestadt Hamburg wird in der Kreuzfahrtsaison 2015 am Cruise Terminal Hamburg Altona die europaweit erste Landstromanlage zur Versorgung von Kreuzfahrtschiffen in Betrieb nehmen. AIDAsol wird als erstes Kreuzfahrtschiff in Hamburg umweltfreundlichen Strom aus Landstrom beziehen.

Entscheidend für die Nutzung von Landstrom auf AIDA Schiffen ist für uns, dass der Strom an Land umweltfreundlicher erzeugt wurde als mit den modernen Anlagen auf den Schiffen selbst.

LNG Hybrid Barge

LNG Hybrid Barge

Als Alternative zur Landstromversorgung haben wir 2012 gemeinsam mit Becker Marine Systems ein zukunftsweisendes Pilotprojekt für die Stromversorgung von Kreuzfahrtschiffen während der Liegezeit im Hamburger Hafen auf den Weg gebracht.
Die für den Betrieb des Kreuzfahrtschiffes notwendige Energie wird nicht mehr an Bord des Schiffes durch Dieselmotoren erzeugt, sondern auf der schwimmenden LNG Hybrid Barge in Blockheizkraftwerksmotoren und Generatoren mittels Flüssigerdgas (LNG - Liquified Natural Gas). In der Gasaufbereitungsanlage wird das tiefkalte (-163°C), flüssige Gas erhitzt und anschließend zu den Generatoren weitergeleitet, die den Strom für den Schiffsbetrieb während der Liegezeit erzeugen. Die Leistung, die durch insgesamt fünf Gasmotoren auf der LNG Hybrid Barge bereitgestellt wird, beträgt 7,5 Megawatt. Der so gewonnene Strom wird, je nach Bedarf, in das Versorgungsnetz des Kreuzfahrtschiffes eingespeist.

Im Vergleich zur Nutzung von herkömmlichem Marinediesel mit 0,1 Prozent Schwefelanteil werden die Emissionen bei der Energieerzeugung mittels Flüssigerdgas auf der LNG Hybrid Barge erheblich gesenkt: Der Ausstoß von Schwefeloxiden und Rußpartikeln wird gänzlich vermieden. Die Emission von Stickoxiden verringert sich um bis zu 80 Prozent, der Ausstoß von Kohlendioxid um weitere 20 Prozent.

LNG Hybrid Barge

Becker Marine Systems stellte mit der LNG Hybrid Barge „landseitig“ die technische Lösung zur Verfügung. Die Umwelttechnik-Experten von AIDA Cruises lieferten das dafür notwendige Know-how für die besonderen Anforderungen von Kreuzfahrtschiffen und realisierten die Endausrüstung auf den AIDA Schiffen.

Die weltweit erste LNG Hybrid Barge der Firma Becker Marine Systems wurde am 18. Oktober 2014 in der Hafencity Hamburg auf den Namen „Hummel“ getauft. Taufpatin des schwimmenden Flüssiggaskraftwerks zur umweltfreundlichen Energieversorgung von Kreuzfahrtschiffen war Dr. Monika Griefahn, Direktorin für Umwelt und Gesellschaft bei AIDA Cruises.

Am 30. Mai 2015 feierten AIDA Cruises und Becker Marine Systems im Hamburger Hafen eine Weltpremiere: Nach dem erfolgreichem Abschluss der letzten technischen Tests wurde AIDAsol während ihrer Liegezeit in der Hamburger Hafencity erstmals im Rahmen der praktischen Erprobung über die LNG Hybrid Barge mit emissionsarmem Strom aus Flüssigerdgas (LNG) versorgt.

Mit diesem bisher weltweit einmaligen Pilotprojekt für die Energieversorgung von Kreuzfahrtschiffen mittels LNG während der Liegezeiten haben AIDA Cruises und Becker Marine Systems ein neues, zukunftsweisendes Kapitel für den Umweltschutz im Hamburger Hafen aufgeschlagen.
Für das gemeinsam mit AIDA Cruises entwickelte Projekt der LNG Hybrid Barge wurde die Firma Becker Marine Systems am 21.05.2015 mit dem GreenTec Award 2015 des DRV (Deutscher ReiseVerband) in der Kategorie „Reise“ ausgezeichnet. Bereits 2013 hatten AIDA Cruises und Becker Marine Systems für das innovative Konzept der LNG Hybrid Barge den Baltic Sea Clean Maritime (BSCM) Award 2013 in der Kategorie „umweltfreundliche Infrastrukturentwicklung“ im Ostseeraum erhalten. Der vom Baltic Sea Forum in Zusammenarbeit mit dem europäischen InnoShip-Projekt verliehene Preis würdigt innovative Ideen, Projekte und Lösungen, die zum Schutz der Ostsee als besonders empfindlichem Ökosystem beitragen.

Dual Fuel Motoren

Dual Fuel Motoren

Zum Schutz unserer Umwelt sind wir bereits heute auf die Anforderungen von Morgen vorbereitet. Mit der Aussicht auf den zukünftigen Ausbau der landseitigen Infrastruktur für die Nutzung von Flüssigerdgas (LNG) statten wir unsere neue Schiffsgeneration, die wir 2015 und 2016 in Dienst stellen, mit Dual-Fuel-Motoren aus. Diese können mit herkömmlichen Schiffstreibstoffen sowie mit Flüssigerdgas betrieben werden. In den Häfen, die uns die erforderliche Infrastruktur zur Verfügung stellen, werden wir AIDAprima und ihr Schwesterschiff während der Liegezeiten umweltfreundlich mit Energie versorgen.

Am 15. Juni 2015 verkündete AIDA Cruises, dass es seine langjährige strategische Partnerschaft mit der Meyer Werft in Papenburg fortsetzt und den Auftrag für zwei weitere Neubauten der nächsten AIDA Schiffsgeneration erteilt hat. Die Schiffe werden 2019 und 2020 die AIDA Flotte verstärken.
Als Vorreiter der Branche setzt AIDA Cruises mit einem bahnbrechenden Schiffsdesign erneut ein Zeichen für den Umweltschutz: Mit dem Konzept „Green Cruising“ wird AIDA als weltweit erste Kreuzfahrtreederei ihre neue Schiffsgeneration zu 100 Prozent mit LNG betreiben. Dadurch werden die Emissionen von Rußpartikeln und Schwefeloxiden vollständig vermieden.

MALS-Technologie

Die hydrodynamische Optimierung unserer Schiffe – etwa durch das strömungsoptimierte Rumpfdesign oder hocheffiziente Propeller – spielt für uns eine wichtige Rolle bei der Energieeinsparung. Ein noch größeres Potenzial liegt allerdings in der Verringerung der Reibung. Dies erreichen wir beispielsweise durch die Unterwasseranstriche, die wir seit Jahren bei unseren Schiffen einsetzen.

Auf unserer neuen AIDA Schiffsgeneration 1015/2016 kommt darüber hinaus erstmals die innovative MALS-Technologie (MALS = Mitsubishi Air Lubrication System) zum Einsatz. Dank dieser hochmodernen Technologie werden AIDAprima und ihr Schwesterschiff reibungsarm auf einem Teppich aus Luftblasen gleiten. So entsteht deutlich weniger Reibungswiderstand und es wird Antriebsenergie eingespart. Damit können wir unsere Antriebsleistung und folglich den Treibstoffverbrauch um sieben Prozent verringern. Bereits heute verbrauchen die Schiffe der AIDA Flotte im Durchschnitt nur drei Liter Treibstoff pro Person an Bord auf hundert Kilometer. Dank MALS senken wir unseren Treibstofferbrauch weiter auf 2,8 Liter.

Mehr Informationen und ein Video hierzu finden Sie unter Aktuelles.

Verringerung des Treibstoffverbrauches

Die beste Tonne Treibstoff ist die, die wir nicht verbrauchen. Pro Gast und Reisetag konnten wir den Treibstoffverbrauch seit 2007 um 28,2 Prozent senken.

Ein AIDA Schiff verbraucht heute im Durchschnitt pro Person nur drei Liter Treibstoff auf 100 Kilometern Fahrt. Dies haben 2012 unabhängige Experten der Schiffsklassifizierungsgesellschaft DNV GL in einem Gutachten bestätigt. Seit langem fahren wir auf unseren Routen mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit. Das ist eine zusätzliche Möglichkeit, den Treibstoffverbrauch in größerem Umfang zu reduzieren. Durch ein effektives Routenmanagement sowie die Optimierung von Fahrplänen und Liegezeiten sparen wir erhebliche Mengen Treibstoff ein. Ein verbessertes Rumpf- und Propellerdesign hilft uns ebenfalls Antriebsenergie einzusparen. Alle AIDA Schiffe verfügen zudem über einen Unterwasseranstrich aus Silikon, der regelmäßig erneuert wird und Bewuchs am Unterschiff verhindert. Dies reduziert die Reibung während der Fahrt – und damit den Treibstoffverbrauch und die Emissionen. Darüber hinaus werden die Propeller unserer Schiffe regelmäßig von Tauchern unter Wasser poliert und der Rumpf gereinigt.

2014 haben wir an Bord unserer Schiffe, die ab 2007 in Dienst gestellt wurden, ein Pilotprojekt gestartet um die Wärmerückgewinnung zu optimieren. Dabei nutzen wir die Wärme des Kühlwassers der Motoren und leiten sie gezielt zu anderen Verbrauchern an Bord. Somit geht nicht nur weniger Energie durch ungenutzte Abwärme verloren, sondern wir sparen zugleich Energie ein, da wir jetzt weniger Dampf für den Betrieb der Anlagen an Bord produzieren müssen. Ziel des Projekts ist es, den Treibstoffbedarf der Ölheizkessel zu reduzieren und zugleich die Frischwasserproduktion an Bord zu erhöhen. Erste Tests in 2014 liefen erfolgreich. In 2015 wollen wir weitere Optimierungen vornehmen.

Innovatives Energiemanagement- und monitoring

2014 hat AIDA Cruises mit der Installation des innovativen Energie-Monitoring- und Managementsystems EMMA von ABB auf den Schiffen seiner Flotte begonnen. Damit setzen wir neue Standards für das Energiemanagement an Bord. Neben der Erstellung einer umfassenden Datenbank mit betrieblichen und technischen Informationen besteht der Hauptnutzen des Systems darin, in Echtzeit eine Entscheidungsunterstützung für einen optimalen Betrieb des Schiffes und seiner Systeme zu liefern. Eine der wichtigsten Funktionen ist die direkte Verbindung zum Automatisierungssystem des Schiffes sowie zur landseitigen Organisation von AIDA Cruises.

Dank der umfassenden wissenschaftlichen Vorgehensweise bei der Analyse der betrieblichen Daten besitzt EMMA ein enormes Potenzial für die weitere Verbesserung der Energieeffizienz der Flotte. Das neue Energie-Monitoring-System wurde bereits auf sechs Schiffen von AIDA in Betrieb genommen und wird in 2015 auf der gesamten Flotte installiert sein. Nur wenige Monate nach den ersten Installationen konnten wir dank des Systems wichtige Schwerpunktfelder identifizieren und neue Prioritäten für technische Verbesserungen sowie für die Optimierung des Betriebs setzen.

Für AIDA ist es wichtig, das Energiemanagement an Bord der Schiffe objektiv und wissenschaftlich zu analysieren, um maximale Effizienz in der täglichen Praxis zu erzielen.

Insgesamt werden vom Automatisierungssystem des Schiffes 500 Signale pro Sekunde an EMMA übermittelt. Die sieben wichtigsten Kategorien, die dadurch überwacht werden können, sind: Antriebsleistung, Antriebseffizienz, Trimmung des Schiffes, Hotel- und Betriebsstromversorgung, Klimatisierungsleistung pro Person, spezifischer Kraftstoffverbrauch der Hauptdieselgeneratoren sowie gesamter Kraftstoffverbrauch.

Dadurch erhält die Crew wertvolle Informationen, die es erlauben, die einzelnen Parameter bedarfsgerecht und detailliert aufzuschlüsseln. Die Systeme und individuelle Sollwerte an Bord können somit je nach Bedarf angepasst und der energieeffiziente Betrieb des Schiffes sichergestellt werden. Praktische Beispiele hierfür sind die Änderung der Motorkonfiguration und Ladung, die Routenplanung mit Geschwindigkeitsmanagement oder die Optimierung der Trimmung oder Wärmerückgewinnung.

Emissionen verringern, Ressourcen schonen

Eine der größten Herausforderungen im Umweltschutz ist die Luftverschmutzung – zum Beispiel durch den Ausstoß von Schwefel- und Stickoxiden sowie Feinstaub. Um schädliche Emissionen zukünftig noch wirkungsvoller zu vermeiden, engagieren wir uns für die Entwicklung von alternativen Möglichkeiten zur Stromerzeugung und -nutzung im Schiffsverkehr und investieren in neue Technologien. Auch der bewusste Umgang mit Ressourcen, darunter Treibstoff, ist ein zentraler Aspekt unseres Handelns.

Für uns gilt, die beste Tonne Treibstoff ist die, die wir gar nicht erst verbrauchen. Dabei ist für uns ist nicht entscheidend, welcher Treibstoff genutzt wird, sondern wie wir eine größtmögliche Vermeidung von Emissionen erreichen. In den letzten Jahren ist die Entwicklung einer Vielzahl technischer Innovationen in Bezug auf alternative Formen der Energieerzeugung in der Schifffahrt angeschoben worden. Keiner kann heute genau sagen, welche sich zukünftig weltweit durchsetzen wird. AIDA Cruises hat erhebliche Summen investiert, um auf die Nutzung aller derzeit technisch verfügbaren Formen der Energieerzeugung vorbereitet zu sein. Damit sind wir vom Angebot unabhängig und flexibel.

Wir unterstützen den Stufenplan der IMO zur Reduzierung der Schiffsemissionen und gehen sogar über diesen hinaus. Unsere Motoren können hochwertige Treibstoffe, wie niedrigschwefliges Schweröl (Low Sulphur HFO) und Gasöl (Marinediesel), verarbeiten. Schwefelarmer Treibstoff ist in wichtigen Fahrtgebieten bereits seit vielen Jahren Realität. In Nord- und Ostsee sowie vor den Küsten Nordamerikas verwenden wir ausschließlich schwefelarmen Treibstoff mit maximal 0,1 Prozent Schwefelanteil. Auch in allen europäischen Häfen verarbeiten die Motoren bereits seit 2010 ausschließlich Diesel mit einem Anteil von nur noch maximal 0,1 Prozent Schwefel. Im Hamburger Hafen tut AIDA dies freiwillig bereits seit 2007. Die Schwefelemissionen gingen dadurch um über 90 Prozent zurück. Das ist ein spürbares Ergebnis. Allerdings: Schwefelarmer Treibstoff steht nicht überall zur Verfügung. Der Bedarf kann laut Experten der CLIA (Cruise Lines International Association) heute noch nicht global gedeckt werden. Deshalb hat die UN-Schifffahrtsorganisation IMO einen Stufenplan beschlossen, der schrittweise umgesetzt wird. Raffinerien müssen ihre Anlagen umrüsten, um so die erforderlichen Mengen produzieren zu können.

Um unsere Emissionen wirkungsvoll zu senken, hat AIDA umfassend in neue Technologien investiert. Mit der Abgasnachbehandlung können wir unsere Emissionen noch weiter reduzieren, als dies allein mit schwefelarmem Treibstoff möglich ist. Dieser steht auch heute noch nicht überall zur Verfügung. Die Dual-Fuel Motoren unserer Neubauten 2015/2016 können mit allen gängigen Schiffstreibstoffen und als weltweit erste Kreuzfahrtschiffe im Hafen mit Flüssigerdgas betrieben werden. Mit dem Konzept „Green Cruising“ wird AIDA als weltweit erste Kreuzfahrtreederei die folgende Generation von AIDA Schiffen, die 2019 und 2020 in Dienst gestellt wird, zu 100 Prozent mit LNG (Flüssigerdgas) betreiben. Die Nutzung von LNG stellt aktuell die umweltfreundlichste Lösung im Schiffsbetrieb dar, da dieser nahezu emissionsfrei möglich ist. Bei der Nutzung von LNG fallen keine Rußpartikel und keine Schwefeloxide mehr an, Stickoxide verringern sich im Vergleich zur Nutzung von Marinediesel um 80 Prozent, der Ausstoß von Kohlendioxid um 20 Prozent. Darüber hinaus haben wir alle seit 2007 in Dienst gestellten Schiffe schon heute für die Nutzung von Landstrom vorbereitet und als Alternativkonzept die LNG Hybrid Barge auf den Weg gebracht.

Auch mit der kontinuierlichen Verbesserung von Prozessen in unserem Bordalltag sparen wir Energie ein. So haben wir beispielsweise die Prozesse in der Wäscherei optimiert - unter anderem durch bessere Auslastung der Maschinen und verbesserte Betriebszeiten- und können so rund ein Viertel der benötigten Energie einsparen. Zugleich reduzieren wir auch die CO2-Emissionen im Rahmen des Wäschereibetriebs um 25 Prozent.

Im Hinblick auf CO2-Emissionen gehören Kreuzfahrtschiffe nachweislich zu den effizientesten Verkehrsmitteln. Prof. Dr. -Ing. Holger Watter vom Maritimen Zentrum der Flensburg University of Applied Sciences ist ein anerkannter Experte für nachhaltige Energiesysteme. Er sagt: „Nur drei Prozent der CO2-Emissionen werden durch die Seeschifffahrt emittiert. Schiffe sind die effizientesten Transportträger mit Emissionswerten, die (gemessen an der Transportleistung) um mehrere Zehnerpotenzen unterhalb anderer Verkehrsträger (LKW, Bahn, Flugzeug) liegen. Die maritimen ‚Kraftwerke‘ erreichen Wirkungsgrade, die oberhalb der von Landanlagen liegen.“ Darüber hinaus bieten Kreuzfahrtschiffe neben dem reinen Transport auch Hotelunterbringung, Gastronomie und Freizeitinfrastruktur. Diese Zusatzleistungen fließen in die Energiebilanz ein.

Insgesamt sind wir in Sachen Umwelt- und Klimaschutz Vorreiter in der Branche. Das verdeutlichen unsere Energiekennzahlen. Den Gesamtenergieverbrauch pro Person und Tag an Bord, haben wir in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesenkt.

 
 

 

Abfallmanagement an Bord

Abfallmanagement an Bord

Systematisches Abfallmanagement an Bord ist bei AIDA Standard. Bereits bei der Routenplanung unserer Schiffe werden die Entsorgungsmöglichkeiten in den einzelnen Häfen gründlich untersucht. Auf Grundlage der daraus gewonnen Erkenntnisse wird das Abfallmanagement für jede Reise so angepasst, dass wir jeweils die umweltfreundlichsten zur Verfügung stehenden Entsorgungsmöglichkeiten nutzen.

Abfalltrennung wird bei AIDA groß geschrieben. Metall wird platzsparend gepresst und Glas wird zerkleinert. Lebensmittelabfälle werden ebenfalls gepresst und entwässert. Das Ergebnis ist eine biologisch abbaubare Substanz. AIDA arbeitet in allen Destinationen mit den besten Entsorgungsunternehmen zusammen. Wo immer möglich nutzen wir die Dienstleistungen zertifizierter Entsorger. In Europa ist dies in allen Häfen der Fall. In anderen Zielgebieten, die erst noch entsprechende Standards entwickeln müssen, wählen wir die jeweils beste verfügbare Alternative. Um eine ordnungsgemäße Entsorgung sicherzustellen, suchen unsere Umweltoffiziere die Abfallentsorger vor Ort auf und führen in den Häfen Entsorger-Audits und -Inspektionen durch.

Diagramm Abfall gesamt

So gut unser Entsorgungssystem auch funktioniert – noch besser ist es selbstverständlich, so wenig Abfall wie möglich zu erzeugen. Deshalb arbeiten wir daran, unser Abfallaufkommen pro Person und Tag konsequent zu reduzieren. Von 2012 bis 2014 konnten wir den Abfall pro Person und Tag von 4,6 auf 3,9 Kilogramm reduzieren. Somit konnten im vergangenen Jahr insgesamt 2.904 Tonnen Abfall vermieden werden.

Viele Getränke an Bord von AIDA werden nicht mehr in Flaschen gekauft und angeboten, sondern in speziellen Getränkebehältern mit großem Fassungsvermögen geliefert. In Zahlen ausgedrückt heißt das: jährlich werden 3 Millionen Liter Fasswein statt in handelsüblichen Flaschen in wiederverwendbaren Behältern mit 1045 Liter Füllvermögen auf unsere Schiffe geliefert. Damit sparen wir das Äquivalent von 4,2 Millionen Weinflaschen à 0,75 Liter ein. Analog können wir dadurch auch den folgenden Verpackungsmüll vermeiden: 6 Millionen Softdrink- Dosen à 0,33 Liter, 5,75 Millionen Bierflaschen à 0,33 Liter und 800.000 Tetra Packs Fruchtsaftkonzentrat à 1 Liter. Oft sind es auch kleine Maßnahmen, die eine große Wirkung haben. So konnten wir beispielsweise durch den Verzicht auf Cocktail Stirrer zum Umrühren oder die Umstellung auf 10 Zentimeter schmalere Frischhaltefolien unsere Plastik-Abfälle im Küchenbereich reduzieren. Zudem haben wir 2014 zahlreiche Einwegprodukte, wie zum Beispiel die Probierlöffel in der Küche – sogenannte Tasting Spoons, Einwegschürzen oder Einwegflaschen durch Mehrwegprodukte ersetzt. Bei den verbleibenden Einwegprodukten an Bord, wie bspw. Papierservietten oder Trinkhalmen, achten wir darauf, dass diese möglichst biologisch abbaubar sind.

Abwasseraufbereitung

AIDA Cruises gibt grundsätzlich keine ungeklärten Abwässer in die Meere ab. Bereits bei der Routenplanung werden die Möglichkeiten der Entsorgung in zertifizierten Anlagen an Land berücksichtigt. Sollten diese nicht verfügbar sein, bereiten wir in den biologischen Membrankläranlagen an Bord unserer Schiffe das Abwasser bis nahezu Trinkwasserqualität auf. Damit erfüllen wir die derzeit international höchsten Umweltstandards für die Aufbereitung von Abwassern in der maritimen Wirtschaft, die sogenannten Alaska-Richtlinien. Um die Qualität unserer Behandlungsanlagen noch weiter zu verbessern, kooperieren wir unter anderem mit dem Prüfinstitut für Abwassertechnik in Aachen. Gemeinsam suchen wir nach technischen Lösungen, um die Klärleistung weiter zu verbessern. Mit einem Pilotprojekt, das wir 2012 gestartet haben, wollen wir die neuen HELCOM-Grenzwerte für Stickstoff und Phosphor erreichen – bevor sie bindend werden.

Schon jetzt verfügt jedes unserer Schiffe über zwei Entölungsanlagen. Darin trennen Separatoren anfallendes Kondenswasser (sogenanntes Bilgenwasser) von eventuellen Ölrückständen. Darüber hinaus überprüfen wir den Ölgehalt dieses Abwassers zusätzlich mit einem zweiten Sensorsystem, der sogenannten White Box. Bereits vor Erreichen des international geltenden Grenzwerts von 15 ppm (parts per million – Teile pro Million), warnt die White Box sofort und die Abgabe des Bilgenwassers wird unterbrochen. Die herausgefilterten ölhaltigen Reststoffe übergeben wir an Land an lizensierte Entsorger oder, wenn dies nicht möglich ist, die beste verfügbare Alternative. Einen Überblick über die unterschiedlichen Arten von Abwasser und ihre Mengen für 2014 finden Sie in folgender Tabelle.

Begriffserklärungen: Als „Grauwasser“ wird das gering verschmutzte Abwasser, etwa aus der Dusche oder vom Händewaschen, bezeichnet. Das Schmutzwasser aus Toiletten nennt man Schwarzwasser. Beim Bilgenwasser handelt es sich um Kondenswasser aus dem Maschinenraum, das sich in der sogenannten Bilge, dem untersten Raum eines Schiffes, sammelt.

Die geltenden Vorschriften zum Schutz der maritimen Umwelt sind im Internationalen Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe, das MARPOL-Abkommen (MARPOL = marine pollution), der IMO (International Maritime Organisation) geregelt. Hierin sind weltweit verbindliche Vorschriften und Grenzwerte für alle offshore operierenden Plattformen und Schiffe festgelegt. Zusätzlich sind Sondergebiete für verschiedene Emissionen definiert und strengere Grenzwerte für diese festgelegt. Den MARPOL-Bestimmungen zufolge gilt beispielsweise für die Ostsee ein Entsorgungsverbot von unbehandelten Abwässern innerhalb von zwölf Seemeilen zur Küste.

Frischwassereinsparung

Durch die Umstellung auf wassersparende Anwendungen wie spezielle Duschbrauseköpfe, Durchflussbegrenzer bei Waschbecken und Duschen, Zeitschaltungen und eine Infrarotsteuerung im Sanitärbereich konnte der Frischwasserverbrauch pro Person in den letzten Jahren kontinuierlich reduziert werden. Nach unserem Wissensstand hat AIDA den geringsten Pro-Kopf-Verbrauch von Frischwasser in der gesamten Kreuzfahrtbranche. Die WC-Spülung funktioniert mit einem wassersparenden Vakuum-System, das pro Spülgang nur einen Liter Wasser verbraucht. Der Frischwasserverbrauch pro Person und Tag lag 2014 bei 172,8 Litern.

Alle sieben Schiffe, die ab 2007 in Dienst gestellt wurden, verfügen über ein hochmodernes Vacuum-Food-Waste-System für Lebensmittelabfälle, das erheblich weniger Wasser als herkömmliche Systeme verbraucht. Statt Abfälle mit Wasser durch Rohrleitungen zu schwemmen, befördern wir sie über ein Vakuum-Saugsystem in den dafür vorgesehenen Speichertank.

Schutz biologischer Vielfalt: Ballastwasserbehandlung

Ballastwasserbehandlung

Neben dem Umwelt- und Klimaschutz engagieren wir uns auch für den Erhalt der biologischen Vielfalt. So wurde beispielsweise unser jüngstes Flottenmitglied, AIDAstella, mit einer hochmodernen Anlage zur Ballastwasserbehandlung ausgestattet. Auf unseren Neubauten, die wir 2015 und 2016 in Dienst stellen, werden wir diese Anlagen ebenfalls installieren. Damit erfüllen wir die Standards der IMO Ballastwasser-Konvention* bereits vor ihrem Inkrafttreten. Mit dem Ballastwasser, das zur Stabilisierung von Schiffen dient, werden regelmäßig verschiedene Organismen aufgenommen. Dabei kann es sich um Plankton und andere Mikroorganismen handeln, die wieder freigesetzt werden, wenn das Ballastwasser abgelassen wird. Die Herausforderung liegt darin, die Arten und Organismen, die mit dem Meerwasser aufgenommen werden, nicht in andere Ökosysteme zu bringen um zu verhindern dass sie sich dort etablieren, ausbreiten und heimische Arten verdrängen. Durch die Behandlung des Ballastwassers wird die unerwünschte Verschleppung dieser Organismen vermieden.

Das moderne Ballastwasser-Behandlungssystem auf AIDAstella entspricht dem IMO D-2 Standard für Ballastwasser-Aufbereitung und kommt ohne den Einsatz von UV-Lampen oder Zusatz von Chemikalien aus. Es entstehen keinerlei gefährliche Abfälle.

* Um sensible Ökosysteme zu schützen und zu verhindern, dass sich Mikroorganismen über ihre angestammten Gewässer hinaus verbreiten, verabschiedete die IMO im Jahr 2004 die so genannte Ballast Wasser Konvention (International Convention for the Control and Management of Ships' Ballast Water and Sediments). Darin sind Vorgaben und Kriterien, Grenzwerte und Prüfmethoden zur Vermeidung des ungewollten Eintrags von Meeresorganismen, Erregern oder Sedimenten durch Ballastwasser in fremde Ökosysteme festgelegt.

Forschungsprojekte

AIDA Cruises beteiligt sich an verschiedenen Forschungsprojekten um die Entwicklung neuer Technologien zum Umweltschutz voranzutreiben . Wir arbeiten seit 2009 unter anderem im Forschungsprojekt „Toplaterne“ des Leuchtturmprojektes e4ships mit, bei dem Fragen zur ökologischen, technischen und wirtschaftlichen Bewertung des Einsatzes von Brennstoffzellen auf Schiffen bearbeitet werden. Ein weiterer essentieller Bestandteil des Projektes ist die Formulierung von Regeln und Standards für die Zulassung und Installation von Brennstoffzellen auf Schiffen und die Nutzung emissionsarmer Treibstoffe. Schneller realisierbar als die Brennstoffzelle ist der Einsatz besonders emissionsarmer, gasbetriebener Motoren an Bord.

Unsere neue Schiffsgeneration, die 2015 und 2016 in Dienst gestellt wird, statten wir als erste Kreuzfahrtschiffe weltweit mit Dual-Fuel-Motoren für den Einsatz von umweltfreundlichem Flüssigerdgas aus. Im Rahmen des EU-Projekts „BunGas“ engagierte sich AIDA seit 2011 mit Experten aus der maritimen Industrie und Forschung für die Entwicklung sicherer Gastanks für Kreuzfahrtschiffe. 2014 wurde das Projekt erfolgreich abgeschlossen. Die Ergebnisse werden in einem nächsten Schritt den nationalen und internationalen Parlamenten präsentiert.

Zusammen mit dem Prüfinstitut für Abwassertechnik in Aachen untersuchen wir die technischen Möglichkeiten zur kontinuierlichen Optimierung der Klärleistung, um die HELCOM Werte für Phosphor und Stickstoff zu erreichen bevor sie bindend werden. Auch das Projekt NAUTEK befasst sich mit der Aufbereitung, Reinigung und Wiedernutzung von Abwässern auf Kreuzfahrtschiffen.

Mit unserem Partner Futouris e.V. haben wir in den vergangen zwei Jahren vor allem das Thema „nachhaltige Landausflüge“ erfolgreich vorangetrieben. Nachdem wir 2013 einen Kriterienkatalog für nachhaltige Landausflüge erarbeitet haben, stand 2014 die nachhaltige Ausflugsgestaltung im Fokus der gemeinsamen Forschungsarbeit. Aktuell bietet AIDA seinen Gästen weltweit 138 nachhaltige Landausflügen sowie zusätzlich rund 230 Biking- und Pedelec-Ausflügen in 160 Häfen an.

2015 wird die Zusammenarbeit mit Futouris fortgesetzt. Es ist geplant, ein Projekt für die nachhaltige Beschaffung und Verwertung von Lebensmitteln in der Kreuzfahrt in Leben zu rufen.

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