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Energie- und Emissionsmanagement

Energie- und Emissionsmanagement

Emissionen verringern, Ressourcen schonen

Eine der wichtigsten Herausforderungen im Umweltschutz an Land und auf See ist die Reduzierung der Emissionen. Um diese kontinuierlich weiter zu senken, engagieren wir uns für die Entwicklung von alternativen emissionsärmeren Möglichkeiten zur Energieerzeugung und -nutzung im Schiffsbetrieb. Für uns ist nicht entscheidend, welcher Treibstoff genutzt wird, sondern wie wir Emissionen am besten und wirkungsvollsten vermeiden.

Wir unterstützen den Stufenplan der IMO (International Maritime Organization) zur Reduzierung der Schiffsemissionen und gehen mit unseren Initiativen über diesen hinaus. Grundsätzlich gilt: Die Nutzung von schwefelarmen Treibstoffen ist in vielen Fahrtgebieten von AIDA bereits seit vielen Jahren Realität. In Nord- und Ostsee sowie vor den Küsten Nordamerikas und weiteren SECA-Gebieten verwenden wir ausschließlich schwefelarmen Treibstoff mit maximal 0,1 Prozent Schwefelanteil. In allen europäischen Häfen verarbeiten die Motoren bereits seit 2010 ausschließlich Marinegasöl mit einem Anteil von nur noch maximal 0,1 Prozent Schwefel.

Im Hamburger Hafen tut AIDA dies freiwillig bereits seit 2007. Gemeinsam mit Vertretern der Hansestadt konnten zusätzlich in den letzten Jahren Pionierprojekte für den Einsatz von alternativen Energiequellen im Hamburger Hafen umgesetzt werden.

Die Maßnahmen zur Verringerung der Emissionen in der Schifffahrt zeigen bereits positive Effekte: Eine Studie der Universität Delft vom April 2016, die vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) in Auftrag gegeben wurde, bestätigt den signifikanten Rückgang der Emissionen im Nord- und Ostseeraum dank der Nutzung von schwefelarmem Treibstoff.

Schiffe sind die effizientesten Transportträger mit Emissionswerten, die gemessen an der Transportleistung, um mehrere Zehnerpotenzen unterhalb anderer Verkehrsträger (Lkw, Bahn, Flugzeug) liegen. Darüber hinaus bieten Kreuzfahrtschiffe ihren Gästen, neben dem reinen Transport, auch moderne Hotelanlagen sowie eine vielfältige Gastronomie- und Freizeitinfrastruktur. Diese Zusatzleistungen fließen in die Energiebilanz ein. Im Hinblick auf CO2-Emissionen gehören Kreuzfahrtschiffe nachweislich zu den effizientesten Verkehrsmitteln.

Wir ergreifen verschiedenste Maßnahmen, um Energie einzusparen. So haben wir den Gesamtenergieverbrauch pro Person und Tag an Bord im Vergleich zum Vorjahr erneut senken können.

Mehr Infomationen: AIDA in Zahlen

LNG – der Treibstoff der Zukunft bei AIDA


AIDA Cruises ist Vorreiter bei der Nutzung von LNG in der Kreuzfahrt. Wir sind davon überzeugt, dass moderne Kreuzfahrtschiffe, basierend auf dem heutigen Stand der Wissenschaft und Technik, am umweltfreundlichsten mit LNG betrieben werden können.

Von allen derzeit verfügbaren fossilen Brennstoffen ist LNG (Flüssigerdgas) der umweltfreundlichste und emissionsärmste Treibstoff. Im Vergleich zur Nutzung von herkömmlichem Marinediesel mit 0,1 Prozent Schwefelgehalt werden die Emissionen bei der Nutzung von LNG nochmals deutlich gesenkt. Der Ausstoß von Schwefeloxiden und Feinstaub wird nahezu vermieden. Die Emission von Stickoxiden verringert sich um bis zu 80 Prozent und die CO2-Emissionen werden um 20 Prozent reduziert.

Wir beschäftigen uns bereits seit zehn Jahren mit der Nutzung von LNG in der Kreuzschifffahrt und leisten Pionierarbeit auf diesem Gebiet. 2011 haben wir mit AIDAprima und AIDAperla die ersten Kreuzfahrtschiffe der Welt in Auftrag gegeben, die während der Hafenliegezeit mit LNG betrieben werden können. Gemeinsam mit dem Hamburger Unternehmen Becker Marine System entwickelten wir das Pilotprojekt für die erste LNG-Hybrid-Barge (ein schwimmendes Flüssiggaskraftwerk) zur Energieversorgung von Kreuzfahrtschiffen im Hafen. Die erste erfolgreiche Versorgung eines AIDA Schiffes fand 2015 in der Hamburger Hafencity statt.

UMSTELLUNG VON MARINEGASÖL AUF LNG:

Reduzierung von Feinstaub und Schwefeldioxid um bis zu –100 %,
von Stickoxid um bis zu –80 % und CO2 um bis zu –20 %

LNG Motorraum

Am 7. Mai 2016, dem Tag ihrer Taufe, wurde AIDAprima als erstes Kreuzfahrtschiff weltweit während der Hafenliegezeit in Hamburg erstmals mit LNG versorgt. Umgehend nach dieser Premiere konnten wir den LNG-Betrieb, neben Hamburg, ebenfalls in den Häfen Southampton (Großbritannien), Le Havre (Frankreich), Zeebrügge (Belgien) und Rotterdam (Niederlande) aufnehmen. In Funchal/Madeira (Portugal) und Barcelona (Spanien) konnten wir in den zurückliegenden Monaten ebenfalls die LNG-Versorgung starten. In weiteren Häfen des Mittelmeerraumes, wie Marseille (Frankreich) oder Civitavecchia (Italien) ist die Aufnahme des LNG Betriebes noch in 2018 geplant. Mit Palma de Mallorca (Spanien) und Kiel (Deutschland) sind wir ebenfalls im Gespräch.

Am 30. Juni 2017 wurde AIDAperla in Palma de Mallorca als zwölftes Flottenmitglied getauft. Sie ist unser zweites Schiff, das während der Hafenliegezeit mit emissionsarmem Flüssigerdgas versorgt werden kann – aktuell auf ihrer Route „Metropolen ab Hamburg 1“.

Im Sommer 2015 setzte AIDA Cruises mit der Beauftragung der ersten beiden Kreuzfahrtschiffe, die komplett mit Flüssigerdgas betrieben werden können, ihren Kurs in Richtung emissionsfreier Kreuzfahrt konsequent fort. Der erste Stahlschnitt für den Bau von AIDAnova erfolgte am 21. Februar 2017. Im November 2018 wird sie in Dienst gestellt. Die Schwesterschiffe folgen 2021 und 2023. Im Februar 2018 gab AIDA Cruises bekannt, ein drittes Schiff dieser LNG-Generation auf der Meyer Werft in Papenburg bauen zu lassen. In fünf Jahren, 2023, wird über die Hälfte aller AIDA Gäste auf Schiffen ihren Urlaub verleben, die mit emissionsarmem Flüssigerdgas betrieben werden können.

LNG Versorgung in Europa

Was ist LNG?

LNG (Liquefied Natural Gas) bzw. Flüssigerdgas wird aus Erdgas gewonnen, einer Kohlenstoffverbindung, die hauptsächlich aus Methan (aber auch Ethan, Propan, Butan, Ethen und Pentan) besteht. LNG wird nicht nur aus fossilen Lagerstätten gewonnen, sondern kann, bisher in geringen Mengen, auch mithilfe regenerativer Energiequellen erzeugt werden.

Ab einer Temperatur von -163 °C wird Erdgas bei atmosphärischem Druck flüssig und somit besser lagerungs- und transportfähig. Zur Lagerung dienen thermisch isolierte Tankbehälter, die per Lkw, Bahn oder Tankschiff transportiert werden können.

Sicherheit des Einsatzes von LNG im Schiffsbetrieb

Der Einsatz von LNG in der Schifffahrt wird durch den „International Code of Safety for Ships using Gases or other Low-flashpoint Fuels“ (IGF-Code) reguliert. Dieser enthält verpflichtende Vorschriften für die Anordnung, Montage, Steuerung und Überwachung von Maschinen, Ausrüstungsgegenständen und Systemen, in denen Brennstoffe mit einem niedrigen Flammpunkt (wie etwa LNG) verwendet werden.

LNG hat ein hervorragendes Sicherheitsprofil: Es ist ein energiereicher Treibstoff, der sich im Freien nur langsam verflüchtigt. Die Selbstentzündungstemperatur von LNG ist mit 580 °C viel höher als die von Dieselkraftstoff mit 250 °C.

Wie funktioniert die LNG Versorgung?

Landstrom

Landstromanschluss
AIDAsol während der Versorgung mit Landstrom in Hamburg.


Durchschnittlich 40 Prozent ihrer Betriebszeit verbringen
AIDA Schiffe in einem Hafen.

Auch dort müssen sie mit Energie versorgt werden,
um den Bordbetrieb zu gewährleisten.

Entscheidend für die Nutzung von Landstrom ist für uns, dass der Strom an Land umweltfreundlicher erzeugt wird als mit den modernen Anlagen auf den Schiffen selbst. Landstrom ist nur dann ein Beitrag zum Umweltschutz, wenn es sich hierbei um Ökostrom (aus erneuerbaren Energien) handelt.

Von den derzeit zwölf Schiffen der AIDA Flotte verfügen mit AIDAprima, AIDAperla und AIDAsol, bereits drei Schiffe über Landstromanschlüsse, zwei Schiffe werden 2018 umgerüstet und vier weitere Schiffe sind auf Landstrom vorbereitet.

Nach Abschluss der Testphase im Jahr 2016 ist AIDA Cruises gemeinsam mit Partnern der Hansestadt Hamburg 2017 einen weiteren wichtigen Schritt zur Verbesserung der Luftqualität in Hamburg gegangen. Seit Ende April 2017 konnte AIDAsol in Hamburg-Altona während zwölf Liegezeiten über eine Landstromanlage zu 100 Prozent mit Ökostrom versorgt werden. 2018 wird AIDAsol 22-mal in Hamburg Altona anlegen und mit Landstrom versorgt. Es ist das erklärte Ziel von AIDA Cruises, bis 2020 alle Schiffe vollständig mit einem Landstromanschluss auszurüsten.

Wie funktioniert die Landstromversorgung in Hamburg?

Abgasreinigung

Mit dem komplexen mehrstufigen System zur Abgasreinigung, dem sogenannten EGCS (Exhaust Gas Cleaning System), ist es nach jahrelanger Forschungsarbeit innerhalb der Carnival Gruppe gelungen, die Komponenten zur Verringerung der Emissionen von Feinstaub sowie von Schwefel- und Stickoxiden kompakt zu konstruieren und so zu verbinden, dass diese als ein System in ein Kreuzfahrtschiff eingepasst werden konnten.

Stickoxide werden in einem Katalysator in Sauerstoff und Stickstoff aufgespalten und Feinstaub- und Brennstoffrückstände in einem Filter gebunden. Außerdem wird Schwefeloxid (SO2 und SO3) mithilfe von Meerwasser in Sulfit (SO32-) umgewandelt und wieder mit dem Waschwasser ins Meer gegeben. Im Salzwasser entsteht aus Sulfit, das unter anderem auch in Lebensmitteln vorkommt, Sulfat (SO42-), eine der häufigsten natürlichen Verbindungen in den Weltmeeren.

Mit dieser Technologie können wir die Emissionen von Feinstaub, Stickoxiden sowie Schwefeloxiden filtern und somit zu 90 bis 99 Prozent reduzieren. Darüber hinaus wird der Ausstoß von Kohlenmonoxid um 70 Prozent und die Emissionen von unverbrannten Kohlenwasserstoffen um 85 Prozent gesenkt.

Sieben Schiffe der AIDA Flotte sind bereits mit einem EGCS ausgerüstet. Zuletzt bekam im November 2017 AIDAblu ein System zur Abgasreinigung. Wir haben uns das Ziel gesetzt, bis 2020 alle Schiffe der bestehenden Flotte ab Baujahr 2000, die nicht vollständig mit LNG betrieben werden können, mit Abgasreinigungsanlagen auszustatten.


Damit verfügen heute insgesamt sieben von zwölf Schiffen
der AIDA Flotte über individuell an die baulichen Gegebenheiten
des jeweiligen Schiffes angepasste Installationen dieses Systems
zur Abgasreinigung. Zukünftig werden die Systeme angepasst und
optimiert sowie weitere Schiffe nachgerüstet.

Verringerung des Treibstoffverbrauches

Die beste Tonne Treibstoff ist die, die wir nicht verbrauchen. Pro Gast und Reisetag konnten wir den Treibstoffverbrauch seit 2007 um mehr als ein Drittel senken. Ein AIDA Schiff verbraucht heute im Durchschnitt pro Person nur drei Liter Treibstoff auf 100 Kilometern Fahrt.

Auf AIDAprima und AIDAperla konnten wir den Verbrauch durch zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und Hydrodynamik noch weiter senken.

Verringerung des Treibstoffverbrauches

 

+ Modernes Lichtmangament bei AIDA: Mehr dazu im Video

Hydrodynamik und Energiemonitoring

Hydrodynamik und MALS-Technologie

Pod-Antrieb


Neben der Verringerung der Emissionen ist die Erhöhung der Energieeffizienz ein wesentliches Kriterium für einen umweltfreundlichen Schiffsbetrieb. Durch die hydrodynamische Optimierung der Rumpflinien von AIDAprima und AIDAperla lässt sich ein Teil der Antriebsenergie einsparen. Die Schiffe besitzen zudem die innovative MALS-Technologie (MALS = Mitsubishi Air Lubrication System). Diese lässt das Schiff über einen Teppich aus Luftblasen gleiten, wodurch die Reibung erheblich verringert und Antriebsenergie eingespart wird. Der Antrieb liegt hierbei in einer strömungsgünstigen Gondel und ist um 360 Grad um die Hochachse drehbar, was zur exzellenten Manövrierfähigkeit des Schiffes beiträgt.

Modernste Pod-Antriebe tragen ebenfalls signifikant zur Senkung des Treibstoffverbrauches bei.

Wie die MALS-Technologie erfahren Sie im Video.

Innovatives Energiemanagement und -monitoring


Alle unsere Schiffe verfügen über das integrierte Energiemanagementsystem „EMMA“ von ABB. Darüber hinaus sind unsere Schiffe an die konzernweite Datenplattform „Neptune“ angeschlossen. Neben der Erstellung einer umfassenden Datenbank mit betrieblichen und technischen Informationen besteht der Hauptnutzen des Systems darin, in Echtzeit eine Entscheidungsunterstützung für einen optimalen Betrieb des Schiffes und seiner Systeme zu liefern.

Die sieben wichtigsten Kategorien, die dadurch überwacht werden können, sind: Antriebsleistung und -effizienz, Trimmung, Stromversorgung, Abwärmenutzung und Klimatisierungsleistung, spezifischer und gesamter Kraftstoffverbrauch. Die Systeme können somit an die individuellen Sollwerte angepasst und der energieeffiziente Betrieb des Schiffes sichergestellt werden.

Innovatives Energiemanagement und -monitoring

Abwärmenutzung und Absorptionskältemaschinen

Abwärmenutzung und Absorptionskältemaschinen
Abwärmenutzung und Absorptionskältemaschinen