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Innovative Technik

Innovative Technik

Technologische Entwicklung für die Umwelt

Eine der wichtigsten Herausforderungen im Umweltschutz ist die Reduzierung der Emissionen von Schwefel- und Stickoxiden sowie Feinstaub. Um diese kontinuierlich weiter zu senken, engagieren wir uns für die Entwicklung von alternativen, emissionsärmeren Möglichkeiten zur Energieerzeugung und -nutzung im Schiffsbetrieb.

Wir treiben den Einsatz innovativer Umwelt- und Effizienztechnik voran. Als deutscher Marktführer fühlen wir uns besonders verpflichtet, Vorbild und Vorreiter zu sein.

Dialog

Ein offener Austausch von Wissen, Ideen und unterschiedlichen Sichtweisen ist Teil unserer Unternehmenskultur und gelebte Praxis.

 

AIDAprima und AIDAperla setzen Maßstäbe im Umweltschutz

AIDAprima und AIDAperla setzen Maßstäbe

Mit der Indienststellung unserer jüngsten Flottenmitglieder AIDAprima (März 2016) und AIDAperla (April 2017) ist AIDA Cruises in Sachen Umwelt- und Klimaschutz Vorreiter in der Kreuzfahrt.

Bereits bei der Beauftragung beider Schiffe haben wir 2011 die damals verfügbaren innovativsten Technologien berücksichtigt, um Kreuzfahrtschiffe zu bauen, die die modernsten Anforderungen an einen energieeffizienten und möglichst emissionsarmen Schiffsbetrieb erfüllen.

Als weltweit erste Kreuzfahrtschiffe sind AIDAprima und AIDAperla mit einem Dual-Fuel-Motor ausgestattet und können somit während der Liegezeit im Hafen, das sind rund 40 Prozent der gesamten Betriebszeit, mit emissionsarmem Flüssigerdgas (LNG) betrieben werden.

Zudem verfügen sie über zwei Landstromanschlüsse sowie ein mehrstufiges System zur Abgasnachbehandlung, das Feinstaub, Schwefel- und Stickoxide um bis zu 99 Prozent reduziert. Damit sind AIDAprima und AIDAperla für die Nutzung aller derzeit in der Praxis verfügbaren Technik der emissionsarmen Energieerzeugung an Bord ausgestattet.

AIDAprima setzt Maßstäbe im Umweltschutz

Der markante senkrechte Bug und optimierte Rumpflinien sorgen für eine verbesserte Hydrodynamik. Weitere Neuheiten, die zur Erhöhung der Energieeffizienz und somit zur Senkung des Treibstoffverbrauches beitragen, sind modernste Pod-Antriebe und die innovative MALS-Technik (MALS = Mitsubishi Air Lubrication System). Diese lässt AIDAprima und AIDAperla reibungsarm auf einem Teppich aus Luftblasen gleiten. Hochmoderne Technologien wie Absorptionskältemaschinen und die umfassende Nutzung von Abwärme sorgen für einen besonders energieeffizienten Hotel- und Gastronomiebetrieb.

Auf AIDAprima und AIDAperla kommt weitere innovative Technik zum Einsatz. Auch die anderen Schiffe unserer Flotte betreiben wir nach höchsten Umweltstandards und rüsten, wo immer möglich, modernste Technik nach, um kontinuierlich unsere Ökobilanz zu verbessern.

Die folgenden Abschnitte erläutern unsere Maßnahmen im Detail.

LNG – der Treibstoff der Zukunft bei AIDA

Von allen derzeit verfügbaren fossilen Brennstoffen, ist LNG (Flüssigerdgas) der umweltfreundlichste. Nach heutigem Stand der Technik ist die Nutzung von LNG die emissionsärmste Möglichkeit, ein Kreuzfahrtschiff zu betreiben. Im Vergleich zur Nutzung von herkömmlichem Marinediesel mit 0,1 Prozent Schwefelgehalt werden die Emissionen bei der Nutzung von LNG nochmals deutlich gesenkt. Der Ausstoß von Schwefeloxiden und Feinstaub wird nahezu vermieden. Die Emission von Stickoxiden verringert sich um bis zu 80 Prozent und die CO2-Emissionen werden um 20 Prozent reduziert.

AIDA Cruises ist Vorreiter bei der Nutzung von LNG in der Kreuzfahrt. Wir sind davon überzeugt, dass zukünftige Generationen von Kreuzfahrtschiffen, basierend auf dem heutigen Stand von Wissenschaft und Technik, am umweltfreundlichsten mit LNG betrieben werden können.

AIDAprima und AIDAperla sind aktuell die einzigen Kreuzfahrtschiffe weltweit, die dank eines Dual-Fuel-Motors während der Hafenliegezeit und somit rund 40 Prozent ihrer gesamten Betriebszeit ihre Energie aus LNG produzieren können. Voraussetzung ist die Verfügbarkeit von LNG im jeweiligen Hafen. Seit Mai 2016 kann AIDAprima LNG in Hamburg, Le Havre, Rotterdam, Seebrügge und Southampton nutzen. Die Versorgung läuft über LNG-Trucks.

 

  

 

Im Sommer 2015 hat AIDA Cruises mit der Beauftragung der ersten beiden Kreuzfahrtschiffe, die komplett mit Flüssigerdgas betrieben werden können, ein klares Zeichen zur weiteren Reduzierung von Emissionen in der Schifffahrt gesetzt. Der erste Stahlschnitt für den Bau der neuen Schiffsgeneration erfolgte am 21. Februar 2017. AIDAnova, das baugleiche Schiff dieser neuen Serie, wird im Herbst 2018 in Dienst gestellt, das Schwesterschiff folgt im Frühjahr 2021. In rund vier Jahren wird nahezu die Hälfte aller AIDA Gäste auf Schiffen zu Gast sein, die LNG nutzen können.

Was ist LNG?

LNG (Liquefied Natural Gas) bzw. Flüssigerdgas wird aus Erdgas gewonnen, einer Kohlenstoffverbindung, die hauptsächlich aus Methan (aber auch Ethan, Propan, Butan, Ethen und Pentan) besteht.

Ab einer Temperatur von -163 °C wird Erdgas bei atmosphärischem Druck flüssig und somit besser lagerungs- und transportfähig. Zur Lagerung dienen thermisch isolierte Tankbehälter, die per Lkw, Bahn oder Tankschiff transportiert werden können.

LNG wird nicht nur aus fossilen Lagerstätten gewonnen, sondern kann auch mit Hilfe regenerativer Energiequellen erzeugt werden.

Sicherheit des Einsatzes von LNG im Schiffsbetrieb

Sicherheit hat bei AIDA Cruises jederzeit höchste Priorität. Der Einsatz von Flüssigerdgas (LNG) im Schiffsbetrieb ist nicht risikoreicher als bei anderen Treibstoffen, im Gegenteil.

Der Einsatz von LNG in der Schifffahrt wird durch den „International Code of Safety for Ships using Gases or other Low flashpoint Fuels“ (IGF-Code) reguliert. Mit Hilfe des IGF-Codes sollen die Risiken, welche die verwendeten Brennstoffe für das Schiff, die Besatzung und die Umwelt mit sich bringen können, soweit wie möglich verringert werden. Der Code enthält verpflichtende Vorschriften für die Anordnung, Montage, Steuerung und Überwachung von Maschinen, Ausrüstungsgegenständen und Systemen, in denen Brennstoffe mit einem niedrigen Flammpunkt (wie etwa LNG) verwendet werden.

LNG hat ein hervorragendes Sicherheitsprofil:

  • LNG ist ein energiereicher Treibstoff, der sich im Freien nur langsam verflüchtigt, sodass eine Explosion aufgrund eines Überdrucks nahezu unmöglich ist.
  • Die Selbstentzündungstemperatur von LNG ist mit 580 °C viel höher als die von Dieselkraftstoff mit 250 °C.

 

Alle Besatzungsmitglieder von AIDA Cruises, die unmittelbar mit LNG zu tun haben, sind zusätzlich zu ihrer normalen Ausbildung im sicheren Umgang mit LNG geschult und verfügen über alle erforderlichen Zertifikate.

LNG-Hybrid-Barge

LNG-Hybrid-Barge

In Hamburg hat AIDA Cruises gemeinsam mit Becker Marine Systems ein weiteres wegweisendes Pilotprojekt auf den Weg gebracht: die LNG-Hybrid-Barge.

Die weltweit erste LNG-Hybrid-Barge wurde am 18. Oktober 2014 in der HafenCity Hamburg auf den Namen „Hummel“ getauft. Im Mai 2015 wurde AIDAsol während der Liegezeiten in der HafenCity in Hamburg mit Strom aus LNG versorgt und allein 2016 während 16 Anläufen.

Dank des Einsatzes dieses schwimmenden Flüssiggaskraftwerks wurde der Emissions- und Partikelausstoß erheblich reduziert.

LNG Hybrid Barge

Wie funktioniert die LNG-Hybrid-Barge: In der Gasaufbereitungsanlage an Bord der Barge wird das tiefkalte (-163 °C), flüssige Gas erhitzt und anschließend zu den Generatoren weitergeleitet, die den Strom erzeugen. Die Leistung, die durch insgesamt fünf Gasmotoren auf der LNG-Hybrid-Barge bereitgestellt wird, beträgt 7,5 Megawatt. Von der LNG-Hybrid-Barge kann der Strom dann über Kabel zum Schiff oder andere landseitige Abnehmer geleitet werden.

Im Vergleich zur Nutzung von herkömmlichem Marinediesel mit 0,1 Prozent Schwefelanteil werden die Emissionen bei der Energieerzeugung mittels Flüssiggas auf der LNG-Hybrid-Barge erheblich gesenkt: Der Ausstoß von Schwefeloxiden und Feinstaub wird nahezu vermieden. Die Emission von Stickoxiden verringert sich um bis zu 80 Prozent, der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid um 20 Prozent.

Abgasnachbehandlung

Es ist das erklärte Ziel von AIDA Cruises die Emissionen seiner Flotte so weit wie möglich zu senken, insbesondere die Emissionen von Feinstaub sowie von Schwefel- und Stickoxiden.

AIDAprima und AIDAperla verfügen über ein komplexes, mehrstufiges System zur Abgasnachbehandlung, dem sogenannten EGCS (Exhaust Gas Cleaning System). Nach jahrelanger Forschungsarbeit innerhalb der Carnival Gruppe ist es gelungen, alle drei Komponenten, die man zur Verringerungen der Emissionen von Feinstaub sowie von Schwefel- und Stickoxiden benötigt, so kompakt zu konstruieren und zu verbinden, dass diese als ein System überhaupt in ein Kreuzfahrtschiff eingepasst werden können.

Stickoxide werden in einem Katalysator gebunden und Feinstaub- und Brennstoffrückstände in einem Filter ausgefällt. Das Schwefeldioxid (SO2) wird mit Hilfe von Meerwasser in Sulfit (SO32-) umgewandelt und wieder mit dem Waschwasser ins Meer gegeben. Im Salzwasser entsteht aus Sulfit, das unter anderem auch in Lebensmitteln vorkommt, Sulfat (SO42-), eine der häufigsten, natürlichen Verbindungen in den Weltmeeren.

Mit dieser Technologie können wir erstmals die Emissionen von Feinstaub, Stickoxiden sowie Schwefeloxiden filtern und somit zu 90 bis 99 Prozent reduzieren. Darüber hinaus wird der Ausstoß von Kohlenmonoxid um 70 Prozent und die Emissionen von unverbrannten Kohlenwasserstoffen um 85 Prozent gesenkt.

Weitere Informationen hierzu finden Sie hier.

Auf vier weiteren Schiffen unserer Flotte haben wir bereits Systeme dieser Anlage nachgerüstet. Damit verfügen heute insgesamt sechs von zwölf Schiffen der AIDA Flotte über individuell an die baulichen Gegebenheiten des jeweiligen Schiffes angepasste Installationen dieses Systems zur Abgasnachbehandlung. Wie auch bei anderen neuen Technologien, ist die Umstellung ein sehr komplexer Prozess, der auch von den Planungs- und Produktionskapazitäten der Zulieferfirmen abhängt. Die technischen Zulassungen der Abgasnachbehandlungssysteme sind auf allen sechs Schiffen erfolgt. Wo wir die Genehmigung zum Betrieb der Systeme in unseren weltweiten Fahrtgebieten bzw. Häfen haben, werden diese auch genutzt

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Landstrom

Landstrom

Durchschnittlich 40 Prozent ihrer Betriebszeit verbringen AIDA Schiffe in einem Hafen. Auch dort müssen sie mit Energie versorgt werden, um den Bordbetrieb zu gewährleisten.

Entscheidend für die Nutzung von Landstrom ist für uns, dass der Strom an Land umweltfreundlicher erzeugt wird als mit den modernen Anlagen auf den Schiffen selbst. Landstrom ist nur dann ein Beitrag zum Umweltschutz, wenn es sich hierbei um Ökostrom (aus erneuerbaren Energien) handelt.

Von den derzeit zwölf Schiffen der AIDA Flotte verfügen mit AIDAprima, AIDAperla und AIDAsol bereits drei Schiffe über Landstromanschlüsse, weitere sechs Schiffe sind auf Landstrom vorbereitet. Nach Abschluss der Testphase im Jahr 2016 ist AIDA Cruises gemeinsam mit Partnern der Hansestadt Hamburg 2017 einen weiteren wichtigen Schritt in Sachen Klimaschutz und Verbesserung der Luftqualität in Hamburg gegangen. Seit Ende April 2017 kann AIDAsol in Hamburg-Altona während der Liegezeit über eine Landstromanlage zu 100 Prozent mit Ökostrom versorgt werden.

Hydrodynamik und MALS-Technologie

Neben der Verringerung der Emissionen ist die Erhöhung der Energieeffizienz ein wesentliches Kriterium für einen umweltfreundlichen Schiffsbetrieb. Die hydrodynamische Optimierung von AIDAprima und AIDAperla trägt mit zur Energieeinsparung bei. Durch ihr auffälliges Design mit dem senkrechten Bug und den optimierten Rumpflinien lässt sich ein Teil der Antriebsenergie einsparen.

Als erste Kreuzfahrtschiffe der Welt verfügen AIDAprima und AIDAperla zudem über die innovative MALS-Technologie (MALS = Mitsubishi Air Lubrication System). Diese lässt das Schiff über einen Teppich aus Luftblasen gleiten, wodurch die Reibung erheblich verringert und Antriebsenergie eingespart wird. Modernste Pod-Antriebe tragen ebenfalls signifikant zur Senkung des Treibstoffverbrauches bei. Der Antrieb liegt hierbei in einer strömungsgünstigen Gondel und ist um 360 Grad um die Hochachse drehbar, was zur exzellenten Manövrierfähigkeit des Schiffes beiträgt.

Verringerung des Treibstoffverbrauches

Die beste Tonne Treibstoff ist die, die wir nicht verbrauchen. Pro Gast und Reisetag konnten wir den Treibstoffverbrauch pro Person seit 2007 um mehr als ein Drittel senken.

Ein AIDA Schiff verbraucht heute im Durchschnitt pro Person nur drei Liter Treibstoff auf 100 Kilometern Fahrt. Dies haben unabhängige Experten der Schiffsklassifizierungsgesellschaft DNV GL in einem Gutachten bestätigt. Auf AIDAprima und AIDAperla konnten wir den Verbrauch durch zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und Hydrodynamik weiter senken.

Eine weitere Möglichkeit zur Treibstoffeinsparung ist die Erstellung von optimalen Geschwindigkeitsprofilen entsprechend der einzelnen Reiseabschnitte der AIDA Schiffe. Dadurch sowie durch ein effektives Routenmanagement oder auch die Optimierung von Fahrplänen und Liegezeiten sparen wir zusätzlich Treibstoff ein. Ein verbessertes Rumpf- und Propellerdesign hilft uns ebenfalls, Antriebsenergie einzusparen. Alle AIDA Schiffe verfügen zudem über einen Unterwasseranstrich, der regelmäßig erneuert wird und Bewuchs am Unterschiff verhindert. Dies reduziert die Reibung während der Fahrt – und damit den Treibstoffverbrauch und die Emissionen.

An Bord unserer Schiffe optimieren wir kontinuierlich die Wärmerückgewinnung. Dabei nutzen wir die Wärme des Kühlwassers der Motoren und leiten sie gezielt zu anderen Verbrauchern an Bord. Somit muss weniger Energie produziert werden. Ziel ist es, den Treibstoffbedarf der Ölheizkessel zu reduzieren und zugleich die Frischwasserproduktion an Bord zu erhöhen.

Alle Kabinen der Schiffe, die ab 2010 in Dienst gestellt wurden, sind mit einem modernen Umluftsystem inklusive Abwärmenutzung ausgestattet, sodass sie individuell temperaturabhängig geregelt werden (HVAC Control System). Diese moderne Technik reduziert den Energieverbrauch in den Kabinen um bis zu 20 Prozent. Für den Betrieb der Klimaanlagen setzen wir nur solche Kältemittel ein, die die Ozonschicht der Erde nicht gefährden. Damit konnten wir die Emissionen von Ozon abbauenden Kühlmitteln auf null reduzieren.

An Bord von AIDAprima und AIDAperla sorgen sogenannte Absorptionskältemaschinen für zusätzliche Treibstoffeinsparungen.

Im Hotelbereich unserer Schiffe sparen wir circa 30 Prozent der für die Beleuchtung benötigten Energie durch innovative Beleuchtungslösungen, z. B. durch die Nutzung von LED, und ein umfassendes Licht-Management-System. Dies wurde bereits auf neun von zwölf Schiffen eingeführt.

Um noch mehr Energie einsparen zu können, brauchen wir natürlich auch die Unterstützung unserer Mitarbeiter und Gäste. Damit Licht und Klimaanlage nicht unnötig in Betrieb sind, verfügen unsere Schiffe, die ab 2010 in Dienst gestellt wurden, über einen Hotel-Card-Schalter, über den unsere Gäste beim Betreten oder Verlassen der Kabine den Strom durch das Einführen oder Herausnehmen ihres Zimmerschlüssels an- und abschalten.

Die Standardelektromotoren an Bord von AIDAprima und AIDAperla verfügen über die höchste Energieeffizienzklasse IE3 Premium Efficiency. Bremsenergie, die beim Betrieb der Aufzüge entsteht, wird ins Bordnetz rückgespeist. Frequenzgesteuerte Motoren sowie drehzahlgesteuerte Pumpen und Lüfter stellen sicher, dass nur die Leistung abgerufen wird, die von den jeweiligen Verbrauchern tatsächlich benötigt wird.

Aber auch weitere Prozesse an Bord werden stetig weiterentwickelt und optimiert. In der Hotellerie an Land ist es üblich, täglich die Bettwäsche und die Handtücher zu wechseln und zu waschen. Bei uns an Bord wird bei einwöchigen oder kürzeren Kreuzfahrten hingegen ein zwischenzeitlicher Bettwäsche- oder Handtuchwechsel nur noch auf Wunsch der Gäste durchgeführt. Das spart in Bezug auf das Waschen nicht nur 50 Prozent Wasser oder Waschpulver, sondern auch die Hälfte der Energie, die für das Waschen und Trocknen von Bettwäsche benötigt wird. Unsere Tunnelwasher an Bord von AIDAprima und AIDAperla ermöglichen zusätzlich einen noch energieeffizienteren Wäschereibetrieb.

Eine weitere wichtige Energiesparmaßnahme zur Verringerung des Treibstoffverbrauchs ist das Energie-Monitoring- und Managementsystem EMMA von ABB, das seit 2015 auf allen unseren Schiffen zum Einsatz kommt.

Innovatives Energiemanagement und -monitoring

Innovatives Energiemanagement- und monitoring

Mit dem innovativen Energie-Monitoring- und Managementsystem EMMA von ABB setzen wir seit 2015 flottenweit neue Standards für das Energiemanagement an Bord unserer Schiffe. Neben der Erstellung einer umfassenden Datenbank mit betrieblichen und technischen Informationen besteht der Hauptnutzen des Systems darin, in Echtzeit eine Entscheidungsunterstützung für einen optimalen Betrieb des Schiffes und seiner Systeme zu liefern. Eine der wichtigsten Funktionen ist die direkte Verbindung zum Automatisierungssystem des Schiffes sowie zur landseitigen Organisation von AIDA Cruises.

Dank der umfassenden wissenschaftlichen Vorgehensweise bei der Analyse der betrieblichen Daten besitzt EMMA ein enormes Potenzial für die weitere Verbesserung der Energieeffizienz der Flotte. Für uns ist es wichtig, das Energiemanagement an Bord der Schiffe objektiv und wissenschaftlich zu analysieren, um maximale Effizienz in der täglichen Praxis zu erzielen.

Insgesamt werden vom Automatisierungssystem jedes Schiffes bis zu 500 Signale pro Sekunde an EMMA übermittelt. Die sieben wichtigsten Kategorien, die dadurch überwacht werden können, sind: Antriebsleistung, Antriebseffizienz, Trimmung des Schiffes, Hotel- und Betriebsstromversorgung, Klimatisierungsleistung pro Person, spezifischer Kraftstoffverbrauch der Hauptdieselgeneratoren sowie gesamter Kraftstoffverbrauch.

Dadurch erhält die Crew wertvolle Informationen, die es ihr erlauben, die einzelnen Parameter bedarfsgerecht und detailliert aufzuschlüsseln. Die Systeme und die individuellen Sollwerte an Bord können somit je nach Bedarf angepasst und der energieeffiziente Betrieb des Schiffes sichergestellt werden. Praktische Beispiele hierfür sind die Änderung der Motorkonfiguration und Last, die Routenplanung mit Geschwindigkeitsmanagement, die Optimierung der Trimmung oder die Wärmerückgewinnung.

Abwärmenutzung und Absorptionskältemaschinen

An Bord von AIDAprima und AIDAperla haben wir modernste Technik installiert, die den Gesamtwirkungsgrad der Energieerzeugung erhöht. Durch eine umfangreiche Rückgewinnung sowie die intelligente Verteilung und Nutzung der Abwärme von den Maschinen setzen die Schiffe in Sachen Energieeffizienz im Hotel- und Gastronomiebetrieb Maßstäbe in der Kreuzfahrt: Über doppelte Abgaskessel wird die Abwärme optimal genutzt, sodass auf den Betrieb von ölgefeuerten Hilfskesseln weitestgehend verzichtet werden kann. Die gesamte Abwärme, auch die aus dem Motorkühlwasser, wird in einem zentralisierten Abwärmeverteilsystem jeweils den Verbrauchern an Bord zugeführt, die gerade den höchsten Energiebedarf aufweisen. Durch die zentrale Verteilung und ein intelligentes Bedarfsmanagement kann die verfügbare Energie effizient und gezielt ausgenutzt werden.

Auf AIDAprima und AIDAperla kommen Absorptionskältemaschinen zum Einsatz. Diese wandeln überschüssige Abwärme zu Kälte für die Klimaanlagen um und senken somit den Bedarf an elektrischer Energie. Die Klimaanlage ist neben den Antriebsmaschinen der größte Energieverbraucher an Bord. Die Kälte wird ressourcenschonend entweder über die Absorptionskältemaschinen aus der Abwärme der Maschinen oder aber direkt aus dem kühlenden Meerwasser erzeugt. Dadurch müssen die Klimakompressoren an Bord nur noch bei hochsommerlichen Luft- und Wassertemperaturen eingeschaltet werden. Die Klimaanlagen in den Kabinen und öffentlichen Bereichen werden über Fan Coils dezentral und intelligent gesteuert.

Alle Kabinen auf AIDAprima und AIDAperla sind zusätzlich mit einem modernen Umluftsystem inklusive Abwärmenutzung ausgestattet (HVAC Control System).

» Weitere Informationen finden Sie unter dem Punkt "Verringerung des Treibstoffverbrauches".

Emissionen verringern, Ressourcen schonen

Für uns ist nicht entscheidend, welcher Treibstoff genutzt wird, sondern wie wir eine größtmögliche Vermeidung von Emissionen erreichen. In den letzten Jahren ist die Entwicklung einer Vielzahl technischer Innovationen in Bezug auf alternative Formen der Energieerzeugung in der Schifffahrt initiiert worden. Niemand kann heute genau sagen, welche davon sich zukünftig weltweit durchsetzen wird. AIDA Cruises hat erhebliche Summen investiert, um auf die Nutzung aller derzeit technisch verfügbaren Formen der Energieerzeugung vorbereitet zu sein.

Mit der mehrstufigen Anlage zur Abgasnachbehandlung auf AIDAprima und AIDAperla können wir unsere Emissionen noch weiter reduzieren, als dies allein mit schwefelarmem Treibstoff möglich ist. (Weitere Informationen unter dem Punkt "Abgasnachbehandlung".)

Ein wesentlicher Beitrag zur Senkung der Emissionen ist die Nutzung von Flüssigerdgas (LNG). Derzeit ist LNG der emissionsärmste fossile Brennstoff, der zur Verfügung steht. Bei AIDA Cruises sind wir überzeugt, dass LNG eine nachhaltige Lösung für den Schiffsbetrieb der Zukunft ist. Schon heute sind wir Vorreiter in der Nutzung dieses emissionsarmen Brennstoffes in der Kreuzfahrt.

Die Nutzung von LNG stellt aktuell die umweltfreundlichste Lösung im Schiffsbetrieb dar, da dieser nahezu emissionsfrei möglich ist. Bei der Nutzung von LNG fallen nahezu kein Feinstaub und keine Schwefeloxide mehr an, Stickoxide verringern sich im Vergleich zur Nutzung von Marinediesel mit 0,1 Prozent Schwefelgehalt um 80 Prozent, der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid um 20 Prozent. Deshalb setzen wir unsere LNG-Strategie konsequent fort.

» Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter den Punkten "LNG – der Treibstoff der Zukunft bei AIDA", "LNG-Betrieb mit Dual-Fuel-Motoren", "LNG-Hybrid-Barge" und "Landstrom".

Wir unterstützen den Stufenplan der IMO (International Maritime Organisation) zur Reduzierung der Schiffsemissionen und gehen mit den oben genannten Initiativen über diesen hinaus. AIDAprima, AIDAperla und alle folgenden Neubauten verfügen über Dual-Fuel-Motoren, die auch mit LNG betrieben werden können. Grundsätzlich gilt: Schwefelarmer Treibstoff ist in wichtigen Fahrtgebieten bereits seit vielen Jahren Realität. In Nord- und Ostsee sowie vor den Küsten Nordamerikas und weiteren SECA Gebieten verwenden wir ausschließlich schwefelarmen Treibstoff mit maximal 0,1 Prozent Schwefelanteil. In allen europäischen Häfen verarbeiten die Motoren bereits seit 2010 ausschließlich Marinegasöl mit einem Anteil von nur noch maximal 0,1 Prozent Schwefel. Im Hamburger Hafen tut AIDA dies freiwillig bereits seit 2007.

Eine Studie der Universität Delft vom April 2016, die vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) in Auftrag gegeben wurde, bestätigt den signifikanten Rückgang der Emissionen im Nord- und Ostseeraum dank der Nutzung von schwefelarmem Treibstoff. Die Schwefelemissionen gingen z. B. 2015 im Vergleich zu 2014 auf der Insel Neuwerk vor Hamburg um 50 Prozent zurück. Laut dem Bundesumweltamt sanken die Schwefelemissionen in Deutschland von 1990 bis 2015 um insgesamt 90 Prozent.

Im Hinblick auf CO2-Emissionen gehören Kreuzfahrtschiffe nachweislich zu den effizientesten Verkehrsmitteln. Dr.-Ing. Holger Watter, Professor am Fachbereich Energie und Biotechnologie der Hochschule Flensburg University of Applied Sciences, ist ein anerkannter Experte für nachhaltige Energiesysteme. Er sagt: „Nur drei Prozent der CO2-Emissionen werden durch die Seeschifffahrt emittiert. Schiffe sind die effizientesten Transportträger mit Emissionswerten, die (gemessen an der Transportleistung) um mehrere Zehnerpotenzen unterhalb anderer Verkehrsträger (Lkw, Bahn, Flugzeug) liegent. Die maritimen ‚Kraftwerke‘ erreichen Wirkungsgrade, die oberhalb der von Landanlagen liegen.“ Darüber hinaus bieten Kreuzfahrtschiffe neben dem reinen Transport auch Hotelunterbringung, Gastronomie und Freizeitinfrastruktur. Diese Zusatzleistungen fließen in die Energiebilanz ein.

Den Gesamtenergieverbrauch pro Person und Tag an Bord haben wir im Vergleich zum Vorjahr um 1,87 Prozent senken.

Abfallmanagement an Bord

Abfallmanagement an Bord

 

 

Systematisches Abfallmanagement an Bord ist bei AIDA Standard und wird durch die internationalen Bestimmungen von MARPOL geregelt. Bereits bei der Routenplanung unserer Schiffe werden die Entsorgungsmöglichkeiten in den einzelnen Häfen gründlich untersucht. Auf Grundlage der daraus gewonnenen Erkenntnisse wird das Abfallmanagement für jede Reise so geplant, dass wir jeweils die umweltfreundlichsten der zur Verfügung stehenden Entsorgungsmöglichkeiten nutzen.

Abfallmanagement an Bord
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Abfalltrennung an Bord aller unserer Schiffe ist seit jeher gelebte Praxis. Metall wird platzsparend gepresst und Glas zerkleinert.

Lebensmittelabfälle werden ebenfalls gepresst und entwässert. Das Ergebnis ist eine biologisch abbaubare Substanz, vergleichbar mit Kompostbrikets, die man im Baumarkt kaufen kann.

Darüber hinaus wird an Bord einiger unserer Schiffe seit Anfang 2016 Aluminium getrennt von anderen Metallen gesammelt. Die Sammlung von Aluminium und weiteren Metallen erfolgt in separaten Behältern. Nach Kontrolle der sortenreinen Abtrennung wird der Abfall getrennt an Land abgegeben und recycelt.

Abfallmanagement an Bord

2016 haben wir auf AIDAprima ein Pilotprojekt zur gesonderten Abgabe von PET-Flaschen gestartet. Hierfür werden die PET-Flaschen an Bord separat von anderem Plastikabfall gesammelt, zusammengepresst und kompakt an zertifizierte Entsorger zum Recyceln übergeben.

AIDA arbeitet in allen Destinationen mit den besten Entsorgungsunternehmen zusammen. Wo immer möglich, nutzen wir die Dienstleistungen zertifizierter Entsorger. In Europa ist dies in allen Häfen der Fall. In anderen Zielgebieten, die erst noch entsprechende Standards entwickeln müssen, wählen wir die jeweils beste verfügbare Alternative. Um eine ordnungsgemäße Entsorgung sicherzustellen, suchen unsere Umweltoffiziere die Abfallentsorger vor Ort auf und führen in den Häfen Entsorger-Audits und -Inspektionen durch.

So gut unser Entsorgungssystem auch funktioniert – noch besser ist es, so wenig Abfall wie möglich zu erzeugen. Deshalb arbeiten wir daran, unser Abfallaufkommen pro Person und Tag kontinuierlich zu reduzieren. Von 2012 bis 2016 konnten wir den Abfall pro Person und Tag von 4,6 auf 4,0 Kilogramm reduzieren.

Abfallmanagement an Bord

Viele Getränke an Bord von AIDA werden nicht mehr in Flaschen eingekauft und angeboten, sondern in speziellen Getränkebehältern mit großem Fassungsvermögen geliefert. In Zahlen ausgedrückt heißt das: Jährlich werden rund drei Millionen Liter Fasswein statt in handelsüblichen Flaschen in wiederverwendbaren Behältern mit 1.045 Litern Füllvermögen auf unsere Schiffe geliefert. Damit sparen wir das Äquivalent von 4,2 Millionen Weinflaschen à 0,75 Liter ein. Analog können wir dadurch auch den folgenden Verpackungsmüll vermeiden: echs Millionen Softdrink-Dosen à 0,33 Liter, 5,75 Millionen Bierflaschen à 0,33 Liter und 800.000 Tetrapacks Fruchtsaftkonzentrat à 1 Liter.

Oft sind es kleine Maßnahmen, die eine große Wirkung erzielen. So konnten wir beispielsweise durch die Umstellung auf zehn Zentimeter schmalere Frischhaltefolien unsere Plastik-Abfälle im Küchenbereich reduzieren. Zudem haben wir zahlreiche Einwegprodukte, wie z. B. die Probierlöffel in der Küche, Einwegschürzen oder Einwegflaschen durch Mehrwegprodukte ersetzt. Bei den verbleibenden Einwegprodukten an Bord wie Papierservietten achten wir darauf, dass diese möglichst biologisch abbaubar sind.

Das Material unserer Papierservietten ist zu 100 Prozent kompostierbar und verfügt unter anderem über die Auszeichnung des NORDIC ECO LABELS (ISO 14024), dem höchsten Umweltstandard. Der Nordische Schwan ist eine der strengsten Umweltzertifikate Europas, dessen gesamte Kriterien alle drei Jahre überprüft werden.

Abwasseraufbereitung

AIDA Cruises erfüllt strikt die hohen internationalen Umweltstandards für die Aufbereitung und Entsorgung von Abwässern in der maritimen Wirtschaft (MARPOL). Teilweise gehen wir sogar darüber hinaus. So bereiten wir z. B. an Bord unserer Schiffe die seit 2007 in Dienst gestellt wurden das Abwasser in biologischen Membrankläranlagen bis nahezu in Trinkwasserqualität auf. Mit diesen sogenannten „Advanced Waste Water Purification Systems" (AWWPS) erreichen wir einen Reinheitsgrad des Abwassers, der selbst von vielen Klär- und Reinigungsanlagen an Land nicht erzielt wird. Außerdem berücksichtigen wir bereits bei der Routenplanung, dass unser Abwasser in den Häfen, wo immer möglich, an zertifizierte Entsorger abgegeben werden kann.

Abwassermanagement an Bord von AIDA

 

Um die Qualität unserer Behandlungsanlagen noch weiter zu verbessern, kooperieren wir unter anderem mit dem Prüfinstitut für Abwassertechnik in Aachen. Gemeinsam suchen wir nach technischen Lösungen, um die Klärleistung weiter zu verbessern.

Schon jetzt verfügt jedes unserer Schiffe über zwei Entölungsanlagen. Darin trennen Separatoren im Kielraum anfallendes Wasser (sogenanntes Bilgenwasser) von eventuellen Ölrückständen. Darüber hinaus überprüfen wir den Ölgehalt dieses Abwassers zusätzlich mit einem zweiten Sensorsystem, der sogenannten White Box. Bereits vor Erreichen des international geltenden Grenzwerts von 15 ppm (parts per million – Teile pro Million) warnt die White Box sofort und die Abgabe des Bilgenwassers wird unterbrochen. Die herausgefilterten ölhaltigen Reststoffe übergeben wir an Land an lizensierte Entsorger oder, wenn dies nicht möglich ist, an die beste verfügbare Alternative. Einen Überblick über die unterschiedlichen Arten von Abwasser und ihre Mengen für 2016 finden Sie in folgender Tabelle.

Die international verbindlichen Vorschriften und Grenzwerte zum Schutz der maritimen Umwelt sind im Internationalen Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe, dem MARPOL-Abkommen (MARPOL = marine pollution) der IMO (International Maritime Organization) für alle offshore operierenden Plattformen und Schiffe geregelt. Zusätzlich werden Sondergebiete bzw. Schutzgebiete  definiert und strengere Grenzwerte für verschieden Emissionsarten festgelegt. Den MARPOL-Bestimmungen zufolge gilt beispielsweise für die Ostsee ein Entsorgungsverbot von unbehandelten Abwässern innerhalb von zwölf Seemeilen zur Küste.

AIDA Cruises hat bereits 2008 eine Verpflichtungserklärung unterzeichnet, in der gesamten Ostsee keine ungeklärten Abwässer einzuleiten. Wir haben die CLIA 2016 bei einer Studie unterstützt, die aufzeigen sollte, in welchen Häfen landseitig noch Handlungsbedarf besteht, Abwasserannahmekapazitäten auszubauen, bevor die strengeren HELCOM-Grenzwerte in Kraft treten.

Frischwassereinsparung

Jeder Tropfen zählt! Die Einsparung von Wasser, eines der wichtigsten Ressourcen unseres Planeten, ist für AIDA ein wichtiges Thema. Durch wassersparende Anwendungen konnten wir den Frischwasserbrauch an Bord pro Person und Tag in den letzten Jahren kontinuierlich reduzieren.

Nach unserem Wissensstand hat AIDA derzeit den geringsten Pro-Kopf-Verbrauch von Frischwasser in der gesamten Kreuzfahrtindustrie. Die WC-Spülung funktioniert mit einem wassersparenden Vakuum-System, das pro Spülgang nur einen Liter Wasser verbraucht. Den Frischwasserverbrauch pro Person und Tag konnten wir 2016 im Vergleich zum Vorjahr von 168,6 auf 163,3 Liter reduzieren.

An Bord unserer Schiffe produzieren wir in unseren Umkehrosmoseanlagen aus Meerwasser bestes Trinkwasser für unsere Gäste und die Crew. Wenn uns dies nicht möglich ist, dann füllen wir die Bordtanks in den Häfen mit sauberem Trinkwasser auf. Hierbei achten wir im Vorfeld schon bei der Routenplanung auf die Wasserverfügbarkeit an Land. Denn uns ist der Schutz der ländlichen Trinkwasserreservoirs wichtig. AIDA Cruise legt stets den Schwerpunkt auf die eigene Wasserproduktion an Bord, um die Wasserreservoirs an Land insbesondere dort zu schonen, wo nicht so viel Wasser zur Verfügung steht.

 

Auf unseren Schiffen haben wir eine Optimierung der Frischwasserproduktion in den Umkehrosmoseanlagen durchgeführt. Mit der Anpassung an die tatsächlich benötigte Wassermenge sparen wir Energie zur Herstellung von Frischwasser und somit auch Treibstoff. Die Optimierungen laufen noch auf AIDAvita und AIDAcara.

Neun von zwölf Schiffen verfügen über ein hochmodernes Vacuum-Food-Waste-System für Lebensmittelabfälle, das erheblich weniger Wasser als herkömmliche Systeme verbraucht. Statt Abfälle mit Wasser durch Rohrleitungen zu schwemmen, befördern wir sie über ein Vakuum-Saugsystem in den dafür vorgesehenen Speichertank.

 

In der Wäscherei an Bord werden täglich Handtücher, Bettwäsche, Tischdecken, Kleidung und vieles mehr gewaschen. An Bord von AIDAprima und AIDAperla kommt erstmals einen sogenannter Tunnel Washer zum Einsatz. Dieser verbraucht pro Kilogramm Wäsche nur noch 2,5 Liter Wasser. Im Vergleich zu einer handelsüblichen Haushaltswaschmaschine, die im Durchschnitt rund 9,9 Liter Wasser verbraucht, bedeutet dies eine erhebliche Einsparung von Ressourcen. Bei uns an Bord spart ein Tunnel Washer knapp 23 Millionen Liter Wasser im Jahr ein, das ist so viel Wasser wie in 9,2 olympische Schwimmbecken passen.

Schutz biologischer Vielfalt: Ballastwasserbehandlung

Ballastwasserbehandlung

Neben dem Umwelt- und Klimaschutz engagieren wir uns auch für den Erhalt der biologischen Vielfalt. AIDAstella, AIDAprima und AIDAperla verfügen über eine hochmoderne Anlage zur Ballastwasserbehandlung. Das moderne Ballastwasser-Behandlungssystem auf diesen Schiffen entspricht dem IMO-D-2-Standard für Ballastwasseraufbereitung und kommt ohne den Einsatz von UV-Lampen oder den Zusatz von Chemikalien aus. Es entstehen keine schädlichen Abfälle. Mit AIDAstella haben wir 2013 die Standards der IMO-Ballastwasser-Konvention* bereits mehr als vier Jahre vor ihrem Inkrafttreten erfüllt.

Mit dem Ballastwasser, das zur Stabilisierung von Schiffen dient, können regelmäßig in unterschiedlichen Fahrtgebieten verschiedene Organismen aufgenommen werden. Dabei kann es sich um Plankton und andere Mikroorganismen handeln, die wieder freigesetzt werden, wenn das Ballastwasser abgelassen wird. Die Herausforderung besteht darin, die Arten und Organismen, die mit dem Meerwasser aufgenommen werden, nicht in Ökosysteme anderer Regionen der Erde zu bringen, um zu verhindern, dass sie sich dort ansiedeln, ausbreiten und heimische Arten verdrängen. Durch die Behandlung des Ballastwassers an Bord unserer Schiffe wird die unerwünschte Verschleppung dieser Organismen vermieden.

* Um sensible Ökosysteme zu schützen und zu verhindern, dass sich Mikroorganismen über ihre angestammten Gewässer hinaus verbreiten, verabschiedete die IMO im Jahr 2004 die so genannte Ballastwasser-Konvention (International Convention for the Control and Management of Ships' Ballast Water and Sediments). Darin sind Vorgaben, Kriterien, Grenzwerte und Prüfmethoden zur Vermeidung des ungewollten Eintrags von Meeresorganismen, Erregern oder Sedimenten durch Ballastwasser in fremde Ökosysteme festgelegt. Die IMO-Ballastwasser-Konvention wird vorerst ausschließlich in US-amerikanischen und irischen Gewässern verbindlich sein.

Forschungsprojekte

AIDA Cruises beteiligt sich an verschiedenen Forschungsprojekten, um die Entwicklung neuer Technologien zum Umweltschutz voranzutreiben.

Wir arbeiten bereits seit 2009 im Forschungsprojekt „Toplaterne“ des Leuchtturmprojektes e4ships mit, bei dem Fragen der ökologischen, technischen und wirtschaftlichen Bewertung des Einsatzes von Brennstoffzellen auf Schiffen untersucht werden.

Ein weiterer essentieller Bestandteil des Projektes ist die Formulierung von Regeln und Standards für die Zulassung und Installation von Brennstoffzellen auf Schiffen und die Nutzung emissionsarmer Treibstoffe. Schneller realisierbar als die Brennstoffzelle ist der Einsatz besonders emissionsarmer, gasbetriebener Motoren an Bord. 2017 starten wir mit dem Projekt pa-X-ell 2 in eine neue Phase von e4ships. Hierbei geht es um die Vorbereitung von Praxistests. Es ist geplant, den Einsatz der Brennstoffzellen direkt an Bord unserer Neubauten, die ab 2018 in Dienst gestellt werden, zu testen.

Zusammen mit dem Prüfinstitut für Abwassertechnik in Aachen untersuchen wir die technischen Möglichkeiten zur kontinuierlichen Optimierung der Klärleistung unserer Schiffe. Bis 2016 wurde das Projekt NAUTEK, das durch AIDA Cruises unterstützt wurde, erfolgreich abgeschlossen. NAUTEK, das sich mit den Möglichkeiten zur Aufbereitung, Reinigung und Wiedernutzung von Abwässern auf Kreuzfahrtschiffen befasst, lieferte vielversprechende Ergebnisse und tritt mit dem Folgeprojekt CLEAN in eine weitere Forschungsphase ein. CLEAN befasst sich mit der Verwertung von Schiffsabwasser, um die organischen Bestandteile für die Biogasgewinnung nutzbar zu machen.

Gemeinsam mit unserem Partner Futouris e.V. und weiteren Unternehmen haben wir ein Projekt für die nachhaltige Beschaffung und Verwertung von Lebensmitteln in der Kreuzfahrt auf den Weg gebracht. 2016 fanden an Bord unserer Flotte Untersuchungen zu Möglichkeiten einer weiteren Reduktion von Lebensmittelabfällen statt. Ein Ergebnis ist unter anderem ein Handlungsleitfaden für Mitarbeiter, der die Arbeit mit Lebensmitteln in Hinblick auf deren Nachhaltigkeit unterstützt.